Für die regionalen Bergrennfahrer war Wolsfeld ein Heimspiel der besonderen Art

(Wolsfeld) Bergrennen bilden eine Exotensportart: Weil es nicht so viele Veranstaltungen gibt wie auf der Rundstrecke oder im Rallye-Sport, haben Rennen vor der Haustür für die Aktiven einen besonders hohen Stellenwert. Das galt auch für die Motorsportler aus den hiesigen Vereinen in Wolsfeld.


Foto: (g_sport Spektakulärer Renner: Robert Meiers aus Philippsweiler wurde in seinem Dallara F300 Zwölfter im Gesamtklassement. TV-Foto: Jürgen C. Braun

Während sich an der Spitze alles um den Wolsfelder Hauspatron Bruno Ianniello, der in der Eifel seit einer gefühlten Ewigkeit Dauergastrecht genießt, und die erstmals anwesenden britischen Gaststarter drehte, sorgte dahinter ein junger Mann aus der Region für die eigentliche sportliche Überraschung. Patrick Orth aus Bergweiler bewies sein Talent.

 

 

In einem weiß-blauen BMW 320 is fuhr der 25-Jährige nicht nur souverän zum Klassensieg unter den Zweiliter-Fahrzeugen. Er belegte in der Tourenwagen-Wertung auch noch Rang zwei und landete unter den insgesamt 152 Startern auf einem fulminanten sechsten Gesamtrang. Er war damit schneller als viele hoch eingeschätzte Formel-Fahrzeuge.

"Mein dritter, für den Klassensieg entscheidender Lauf hat genau gepasst. Bei meinem Heimrennen anschließend mit dem Siegerkranz für den Klassensieg nach unten fahren zu dürfen, bedeutet mir sehr viel", bilanzierte der Förderpilot des ADAC Mittelrhein, der mit großer Familienunterstützung in die Eifel gekommen war.
Für sein Team Pro Motorsport vom MSV Osann-Monzel, das in der Mannschaftswertung hinter dem MSC Odenkirchen Rang zwei belegte, startete unter anderem auch Vater Ralf, ebenfalls in einem BMW 320 is. Die schnelle Equipe aus Osann-Monzel komplettierten Ralf Kleinsorg aus Gladbach (BMW 316) und Andy Heindrichs aus Bergweiler (Opel Corsa A 16V).
Weniger Glück hatten die Aktiven des Motorsportclubs Konz. Während Thomas Ostermann nach einem Motorschaden an seinem Hartge BMW M30 eine Woche zuvor in Eschdorf die Segel für Wolsfeld bereits im Vorfeld streichen musste, erwischte es auch seinen Teamkollegen Walter Voigt. Nach einem technischen Defekt an seinem VW Polo Coupé während des letzten Trainingslaufs am Sonntag wurde noch bis zwei Uhr nachts am Auto gearbeitet: "Aber es hat dann einfach nicht mehr gereicht."

Eines der spektakulärsten Fahrzeuge lenkte Robert Meiers aus Philippsweiler. Der von einem Toyota-Aggregat angetriebene Dallara F300 landete in der Klasse der Zweiliter-Formelfahrzeuge nach persönlicher Bestzeit im dritten Lauf auf Gesamtrang zwölf. Ebenfalls für den veranstaltenden EMSC Bitburg trat der Plütscheider Arno Billen in einem BMW M3 E36 an. Er kam in seiner Klasse (bis 3000 ccm) auf Rang zwei, was Position 26 im Gesamtklassement bedeutete. Mit Holger Alt aus Beuren (Ford Escort RS) und Alexander Follmann (NSU TT) aus Landscheid beendeten weitere Fahrer aus der Region das Rennen auf den Rängen 75 und 87. jüb

Extra

Leon Linden aus dem luxemburgischen Petingen ist ein Phänomen. Der mittlerweile 71-Jährige ging in einem schwierig zu meisternden Dallara F304 (Formel-Fahrzeuge bis zwei Liter Hubraum) an den Start. Kein anderer Pilot am Berg bringt in diesem Alter eine solche Erfahrung und eine solche körperliche Fitness mit. Jüb

Quelle: Trierischer Volksfreund 18.05.2016