Motorsport: Wetterkapriolen beeinträchtigen 54. Wolsfelder Bergrennen - Sieg für Luxemburger David Hauser


Foto: (g_sport Wild faucht der grüne Ford Puma mit seinem walisischen Piloten Mike Manning den Berg beim Großen Preis der Südeifel hinauf. TV-Foto: Jürgen C. Braun

(Wolsfeld) Der Luxemburger David Hauser (Dallara GP2) hat am Pfingstmontag die 54. Auflage des internationalen Wolsfelder Bergrennens gewonnen. Im letzten Lauf verwies er den führenden Schweizer Bruno Ianniello (Lancia Delta S4) auf Rang drei.

 

 

Wolsfeld. Es war alles angerichtet für "Raketenbrunos" große Sause: Der dritte Gesamtsieg des Schweizers in seinem 650 PS starken Lancia Delta S4 schien nach dem zweiten Lauf eigentlich nur noch Formsache. Doch dann wurde dem Eidgenossen im dritten und letzten Wertungslauf eine kleine Unachtsamkeit zum Verhängnis. "Ich wusste, dass ich noch einmal alles geben musste. Aber die Anderen waren eben einen kleinen Tick besser. Dann muss man fairerweise gratulieren", gestand Ianniello.
Bei Regen, Sonnenschein und Windböen waren allerdings weder der luxemburgische Gesamtsieger noch die beiden folgenden Frank Debruyne (Heiligenstadt, Dallara F 303) oder Ianniello die Stars. Das waren die erstmals vertretenen "PS-Monster" von der britischen Insel. Der Waliser Mike Manning in seinem giftgrünen, zornig fauchenden Ford Puma gab im TV-Gespräch in einer Rennpause seine Erfahrungen zum Besten: "Sehr schmierig und tückisch" sei der kurze Kurs.
Manning, wie auch seine beiden britischen Fahrer-Kollegen Keith Murray (Audi 80) und Keith Edwards in seinem feuerroten 850-PS-Ungetüm, dem kurzen Audi Quattro S1, verbreiteten an Pfingsten einen wilden Hauch von Pikes Peak, dem legendärsten Bergrennen weltweit, in der Südeifel. Für den Gesamtsieg kamen die Monster-Boliden jedoch nicht infrage, da sie für den winkligen Kurs viel zu unhandlich waren. Vor weit profaneren Problemen standen die Aktiven. Mitunter war es möglich, dass es unten am Start tröpfelte, in der Mitte auf einer Mischung aus Öl und Regen gefährlich rutschig war, während das Ziel trocken im Sonnenlicht glänzte. "Manchmal kommt der Hintern des Autos schneller, als man denken kann", charakterisierte Karl-Heinz Schlachter den Kampf mit seinem Heck getriebenen BMW 2002 Tii.
Auf den Rängen der Eifeler Naturtribünen ließen sich die rund 4000 Fans die Stimmung durch Wind und Wetter nicht vermiesen. Wenn die Rennleitung mal wieder gegen die Fahrtrichtung nach oben musste, weil einer der "aufgemotzten Hasenkästen" a la VW Polo, Opel Kadett oder Renault Clio eine krachende "Feindberührung" mit einem Reifenstapel hatte, gebärdeten sich die ganz Mutigen als "Jäger und Sammler" auf der Strecke. Unter wildem Gejohle wurde jeder triumphal mit seiner Trophäe fuchtelnde Finder eines Flügelteils oder einer Auspuffschelle, die ein Fahrzeug verloren hatte, von der Kurve bejubelt.

Eine tolle Leistung zeigte im Feld der Tourenwagen und Formel-Fahrzeuge der vielseitig begabte Patrick Orth aus Bergweiler bei Wittlich. In seinem BMW 320 is legte der 25-Jährige drei blitzsaubere Läufe hin und belegte unter 152 gestarteten Fahrzeugen in der Gesamtwertung Rang sechs.

Quelle: Trierischer Volksfreund 17.05.2016