...... kommen die Motorsportfans nach Wolsfeld: 3500 Besucher fiebern beim Rennen in der Südeifel mit


An Pfingsten verwandelt sich ganz Wolsfeld in ein riesiges Fahrerlager. Garage und Höfe werden zu Boxen für Rennwagen. Das Motorsport-Spektakel zieht Jahr für Jahr tausende Zuschauer in die Südeifel. TV-Foto: Jürgen C. Braun

 Wolsfeld) Alle Jahre wieder ist an Pfingsten in Wolsfeld nichts so wie sonst. Ob Sonntag oder Montag: Dieses Wochenende zählt seit über einem halben Jahrhundert in dem Dorf nur eins: das Bergrennen. Stationen eines Streifzugs. Morgens um sieben ist am Pfingstsonntag in Wolsfeld das Festzelt hinter der Nimsbrücke schon geöffnet.

Es gibt Frühstück. Viele fleißige Helfer der Ortsvereine haben Kaffee gekocht und Brötchen geschmiert. Im Gegensatz zum wolkenverhangenen Himmel verbreiten die Helfer schon in der Früh gute Laune bei den Fahrern, die dann, gut gestärkt, zu ihren ersten Trainingsläufen starten.

 Immer wieder scheppert es
Die schwarzen Streifen auf der Holsthumer Straße zeugen davon, dass hier jede Menge Gummi verbrannt wird. Vom Wolsfelderberg tönt das Heulen der Motoren, das Quietschen der Rennreifen und das Knallen der Zündaussetzer. Allmählich kommen die ersten Gäste. Am Ortseingang haben Männer und Frauen der Freiwilligen Feuerwehr Wolsfeld Position bezogen. Freundlich, aber bestimmt weisen sie die Zuschauer auf den eingegrenzten Parkplatz ein.

An der Strecke will es heute nicht so recht laufen. Es tröpfelt mal mehr, mal weniger. Der Kurs ist schmierig. Immer wieder scheppert es. Viele Fahrer „küssen“ die Reifenstapel an den Leitplanken. Alle paar Minuten muss Rennleiterin Sabine Fischer oder ihr Stellvertreter Heiko Petzold mit Alois Hoffmann im Wagen der Streckensicherung nach oben. Auch der Abschleppdienst muss hin und wieder eines der Rennautos bergen. Wer aus eigener Kraft nicht mehr vorwärtskommt, weil ihm der Motor „verreckt“ ist, den schieben die Männer von Feuerwehr und Technischem Hilfswerk. „Wir finden keinen Rhythmus bei dem Wetter“, klagt Streckensprecher Hannes Martin über die Lautsprecher. Der Mann aus Gaggenau, ein waschechter Badener, ist seit Jahren beim Rennen mit von der Partie.


Über Mittag tummeln sich Fahrer und Gäste um die Verpflegungsstände. Im Fahrerlager wird geschraubt. Hier und da brutzelt Essen auf einem Gaskocher. Christoph Schackmann, Präsident des Eifelmotorsportclubs (EMSC), streift über die nassen Nimswiesen und achtet darauf, dass unter jedem Auto die vorgeschriebene Umweltplane liegt, wenn am Fahrzeug gearbeitet wird: „Öl im Erdreich hinterlassen: Das geht gar nicht.“
Aus den Lautsprechern tönt das Radio: Wolfgang Niedecken erzählt von 40 Jahren BAP. Dann übernimmt Sprecher Hannes wieder das Mikrofon: Das Bergrennen geht weiter. Die Menschen treibt es die Strecke hinauf, zu einer der spektakulären Kurven entlang der 1,64 Kilometer langen Strecke.

Familien-Flohmarkt vor der Kurve

Den ungewohnten Besucherandrang – mehr als 3500 Gäste zählt das Bergrennen Jahr für Jahr – machen sich Daniela Kreten und ihre drei Kinder zunutze. Wer zur „Bit-Kurve“ will, kommt unweigerlich am Haus der Kretens vorbei, die zum Bergrennen einen Flohmarkt machen. „Bei drei Kindern fällt im Lauf eines Jahres jede Menge an“, erzählt die Mama. Und? Lohnt es sich? „Klar! Wir haben schon ein Fahrrad und ein Dreirad verkauft.“
Am Spätnachmittag beginnen im Festzelt die Vorbereitungen für die Sommernachtsparty – auch ein fester Bestandteil des Bergrennens. So ist das seit der Premiere 1963 an Pfingsten in Wolsfeld. Und das ist, um es mit BAP zu sagen, zwar „verdammt lang her“, hat aber nichts von seiner Faszination eingebüßt. Zuschauer Claude Berchem aus Ettelbrueck sagt: „Das Flair von Motorsport, der noch von Amateuren betrieben wird, und die familiäre Atmosphäre machen den Reiz des Bergrennens aus.“Quelle

Quelle: Trierischer Volksfreund 16.05.2016    Fotostrecke Volksfreund